Sexwork.ch – Infos for sexworkers in Switzerland

► PROKORE MITGLIED

Verein Lysistrada

Kurzberatungen für Sexarbeitende und Cabarettänzerinnen
Aarburgerstr. 63, 4601 Olten
T 076 397 41 99
Mail:

Der Verein Lysistrada besucht wöchentlich den Strassenstrich in Olten und regelmässig alle Etablissements und Cabarets im ganzen Kanton Solothurn. Sprich uns direkt auf der Strasse oder im Etablissement an, ruf uns auf die Telefonnummer 076 397 41 99 an oder schick uns eine e-mail:

► ANDERE Ressourcen

Hast du Beziehungs- oder Eheprobleme und möchtest dich beraten lassen? Hast du Fragen zu einem Familiennachzug oder im Umgang mit Behörden? Die Beratungsstelle Frabina bietet Unterstützung in mehreren Sprachen:

Frabina

Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare
Regionalstelle Solothurn
Westbahnhofstrasse 12
4500 Solothurn
Tel: 032 621 68 60

oder 

Marktgasse 34
4600 Olten
Tel. 032 621 68 60

Brauchst du eine rechtliche Beratung? Beim Anwaltsverband des Kantons Solothurn bekommst du gegen einen Unkostenbeitrag von Fr. 30.—einen Gutschein für eine Konsultation bei einem Anwalt:

Anwaltsverband des Kantons Solothurn

Geschäftsstelle Löwengasse 1
4500 Solothurn
Tel: 032 622 46 41

Opferhilfe

Opferhilfe Aargau Solothurn
Beratungsstelle
Kasinostrasse 32
5001 Aarau
Tel: 062 835 47 90

Gemäss Opferhilfegesetz hat jede Person, die durch eine in der Schweiz begangene Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist, Anspruch auf Unterstützung. Dieser Anspruch besteht auch für Sans-Papiers und unabhängig davon, ob der Täter oder die Täterin ermittelt werden konnte. Anerkannte Opferhilfeberatungsstellen leisten und vermitteln dem Opfer medizinische, psychologische, soziale und juristische Hilfe. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und anonym möglich und kann auch ohne polizeiliche Anzeige in Anspruch genommen werden.

Folgende Fälle fallen unter das Opferhilfegesetz:

  • Häusliche Gewalt (Körperverletzung, Drohung)
  • Gewaltdelikte (Raub, Tötung, Körperverletzung)
  • Sexualdelikte (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung)

Die Opferhilfe umfasst:

  • Beratung und Soforthilfe (kostenlos durch ankerannte Opferberatungsstellen)
  • Längerfristige Hilfe der Beratungsstellenden
  • Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter
  • Entschädigung
  • Genugtuung
  • Befreiung von Verfahrenskosten

Für eine Betriebsbewilligung kann man sich ans Amt für Wirtschaft und Arbeit wenden (AWA):

Amt für Wirtschaft und Arbeit
Arbeitsbedingungen
Untere Sternengasse 2
4509 Solothurn
032 627 94 63

Allgemeine Informationen zur Ausübung der Sexarbeit in der Schweiz:

LEXI App (iOS und Android)

 


 

Im Kanton Solothurn ist seit 2016 das neue Wirtschaftsgesetz in Kraft, welches auch die Sexarbeit regelt:

2.4. Sexarbeit

2.4.1. Bewilligungen

§28

Bewilligungspflicht

1
Eine Betriebsbewilligung benötigt, wer Räumlichkeiten, die für die Ausübung der Sexarbeit bestimmt sind, zur Verfügung stellt oder vermittelt.
 
2
Eine Vermittlungsbewilligung benötigt, wer zwischen Personen, die Sexarbeit anbieten, und potentiellen Kunden Kontakte vermittelt.
 

§29

Voraussetzungen

1
Die Betriebs- oder Vermittlungsbewilligung wird erteilt, wenn die gesuchstellende Person:
a) Gewähr für die einwandfreie und rechtmässige Ausübung der bewilligungspflichtigen Tätigkeit bietet;
b) handlungsfähig ist; 
c) keine schwerwiegende, sachlich ins Gewicht fallende Vorstrafe aufweist; und
d) aus den letzten fünf Jahren keine Betreibung aus einer bewilligungspflichtigen Tätigkeit nach § 28 aufweist, gegen welche kein Rechtsvorschlag erhoben oder in welcher Rechtsöffnung erteilt worden ist. 
 
2
Für die Betriebsbewilligung muss zudem eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegen.

§ 30

Erteilung, Erlöschen und Entzug

1
Die §§ 12, 13 und 14 gelten unter dem Vorbehalt von Absatz 2 sinngemäss.
 
2
Die Bewilligungen nach § 28 werden auf 3 Jahre befristet erteilt.

2.4.2. Ausübung der bewilligungspflichtigen Tätigkeiten

§ 31

Pflichten des Inhabers oder der Inhaberin einer Betriebsbewilligung

1
Der Bewilligungsinhaber oder die Bewilligungsinhaberin:

a) sorgt für die rechtmässige und einwandfreie Betriebsführung;
b) führt den Betrieb persönlich und hat während der überwiegenden Dauer der Öffnungszeiten im Betrieb anwesend zu sein;
c) führt den Betrieb persönlich und hat während der überwiegenden Dauer der Öffnungszeiten im Betrieb anwesend zu sein;
d) führt zu Handen der Behörden ein Register mit den im Betrieb Sexarbeit ausübenden Personen und hält darin fest:

1. Name und Vorname;
2. Geburtsdatum;
3. Staatsangehörigkeit;
4. Adresse in der Schweiz
5. Krankenversicherung
6. Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer
 
 e) ist verpflichtet, zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Personen, die im Betrieb Sexarbeit ausüben, die erforderlichen Massnahmen zu treffen;
 f) ist verpflichtet, zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Personen, die im Betrieb Sexarbeit ausüben, die erforderlichen Massnahmen zu treffen;
 g) sorgt dafür, dass sexuelle Handlungen nur unter Einsatz der grundlegenden Massnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten erfolgen;
 insbesondere stellt er oder sie unentgeltlich  Kondome zur Verfügung;
 h) stellt Präventions- und Aufklärungsmaterial zur Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten zur Verfügung;
 i) gewährt zuständigen Behörden und Dritten, welche Präventionsarbeit anbieten (§ 36), Zugang zu den Räumlichkeiten gemäss § 28 Absatz 1.
 
2
Die Billigung, Duldung oder Anpreisung von sexuellen Handlungen ohne Massnahmen zum Schutz vor übertragbaren Krankheiten sowie die Anpreisung von sexuellen Handlungen mittels Hinweisen auf den Gesundheitszustand der Personen, die im Betrieb Sexarbeit ausüben, ist verboten.
 

§ 32  

Pflichten des Inhabers oder der Inhaberin einer Vermittlungsbewilligung

1
Die in § 31 enthaltenen Pflichten gelten mit Ausnahme von Absatz 1 Buchstaben b und i sinngemäss für den Inhaber oder die Inhaberin einer Vermittlungsbewilligung.
 

§ 33

Ausübung der Strassensexarbeit

1
Die Ausübung der Strassensexarbeit ist unzulässig:
 
a) in Zonen, die vorwiegend dem Wohnen dienen;
b) an und um Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel während der Betriebszeiten; und
c) in der unmittelbaren Umgebung von religiösen Stätten, Friedhöfen, Schulen, Kindergärten und anderen Bildungsstätten sowie Spitälern, Heimen und ähnlichen Gesundheitseinrichtungen.
 
2
Die Einwohnergemeinden können die Ausübung der Strassensexarbeit in örtlicher und zeitlicher Hinsicht einschränken, wenn dadurch die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit gestört wird.
 

§ 34

Pflichten von Kunden und Kundinnen

1
Kunden oder Kundinnen von Sexarbeit dürfen:
 
a) in der unmittelbaren Umgebung von religiösen Stätten, Friedhöfen, Schulen, Kindergärten und anderen Bildungsstätten sowie Spitälern, Heimen und ähnlichen Gesundheitseinrichtungen.
b) Strassensexarbeit nicht entgegen den Einschränkungen gemäss § 33 nachfragen.

2.4.3. Behördliche Kontrolle und Prävention

§ 35

Behördliche Kontrollen

1
Die zuständigen Behörden können, soweit es zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben notwendig und für den Schutz der Personen, die im Betrieb Sexarbeit ausüben, erforderlich ist, Kontrollen in den Betriebsräumlichkeiten durchführen, die nach § 28 Absatz 1 für die Ausübung der Sexarbeit bestimmt sind oder damit im Zusammenhang stehen sowie die Identität der sich darin befindenden Personen überprüfen.
 
2
Zu diesem Zweck führt die zuständige Behörde ein Register über die Personen, denen eine Betriebsbewilligung nach § 28 Absatz 1 ausgestellt worden ist.
 
3
Im Register werden folgende Daten festgehalten:
 
a) Name und Vorname des Bewilligungsinhabers oder der Bewilligungsinhaberin;
b) Geburtsdatum;
c) Staatsangehörigkeit
d) Adresse;
e) Name und Adresse des Betriebes; 
 
4
Die Daten können der Polizei, den Migrationsbehörden, den Sozialbehörden, den Behörden der Einwohnergemeinden sowie weiteren Behörden zur Verfügung gestellt werden, sofern sie diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötigen.
5
Die Daten werden spätestens ein Jahr nach Ablauf der Bewilligung von der zuständigen Behörde gelöscht.
 

§ 36

Prävention und Aufgabendelegation
 
1
Die zuständige Behörde stellt für Personen, die im Betrieb Sexarbeit ausüben, Angebote zur Prävention sowie zur gesundheitlichen und sozialen Betreuung bereit.
2
Die zuständige Behörde kann Aufgaben im Bereich der Prävention und Information an geeignete Dritte übertragen.
3
In diesem Fall sind in einer Leistungsvereinbarung die Aufgaben, die Entschädigung sowie die Kontrolle und Auswertung der Aufgabendelegation zu regeln.